Dienstag, 7. Februar 2012

Hamburg, meine Liebe - 3. Teil


Am Donnerstag haben wir uns den ganzen Tag durch die Gegend chauffieren lassen. Nach den kalten Füßen in der Barkasse am Mittwochabend waren die Stadtrundfahrten in den beheizten Doppeldeckerbussen purer Luxus. Zuerst eine Runde mit der Museumslinie (C) von den Landungsbrücken durch Speicherstadt und HafenCity, die Innenstadt, über die Reeperbahn und Altona bis zum Museumshafen in Övelgönne. Zurück ging es am Elbufer entlang, an neuen und alten Gebäuden und dem berühmten Fischmarkt vorbei zurück zu den Landungsbrücken. Bevor wir uns dann ins nächste Gefährt gesetzt haben, um die Hafenrundfahrt vom Vorabend noch einmal im Hellen zu machen, diesmal auch nicht mit einer Barkasse, sondern dem Raddampfer "Louisiana Star"


Dann ging es rüber zum "Michel", der evangelischen Hauptkirche St. Michaelis, fußläufig vom Hafen gelegen. Die Kirche wurde drei Mal gebaut, nachdem sie zwei Mal einem Feuer zum Opfer fiel. Von der Aussichtsplattform in 106 m Höhe hat man einen schönen Blick über Hamburg - ich gebe zu, wir waren faul und sind mit dem Aufzug nach oben gefahren statt die 453 Stufen zu Fuß zu gehen.

Zum Abschluss ging es noch ein Ründchen mit der "Classic"-Linie (D) um Binnen- und Außenalster. Nicht ganz so sehenswert, aber die Linie überschneidet sich in großen Teilen mit der Museums-Linie, so dass wir alles Sehenswerte ohnehin schon gesehen hatten. Rund um die Außenalster kann man aber ein paar ganz bescheidene Häuschen sehen. Hübsch - wenn ich mal im Lotto gewinne, zieh ich da hin ;) Die Linie B mit der Runde durch den Containerhafen gibt es leider nicht mehr, sonst hätten wir die auch noch gemacht. So sind wir dann zum Aufwärmen noch mal in die Gänsemarktpassage (wegen dem Hello Kitty-Laden) und dann auf einen Kaffee in die Europapassage gegangen.

Im Slowman (Chilehaus C, Burchardtstraße 13c) gab's für uns beide das Menü "Vonna Weide" als 3-Gang-Menü: vorweg eine slowman Suppe von Edelpilzen, als Hauptgang Geschmortes Kalb, winterliches Wurzelgemüse und Kartoffelkrokette und zum Nachtisch "Franks Plattenspieler": Kokosschaum, marinierte Ananas, Baumkuchen, hausgemachtes Schoko-Pfefferminz-Eis und eine Wellnesspraline. Dazu gab es für mich einen 2010er Niersteiner Grauburgunder, für die Begleitung einen Eistee "Yellow Mandarin". Die Jungs und Mädels da machen einen tollen Job, das Essen war einfach grandios lecker, und die Preise stimmen. Das Slowman ist uneingeschränkt empfehlenswert, allerdings sollte man vorher reservieren, sonst könnte es eng werden.

Zum Ausklang ging es dann auf ein paar Cocktails ins Elbwerk nach St. Pauli (Bernhard-Nocht-Straße 68). Von dort aus hat man einen tollen Blick auf die Elbe, und im Gegensatz zur 20up Skybar (Bernhard-Nocht-Straße 97), die gleich gegenüber liegt, sind die Getränke auch bezahlbar. Die 20up Skybar ist dennoch einen Besuch wert, sie liegt im 20. Stockwerk des Empire Riverside Hotel, und man hat einen grandiosen Blick über Hamburg. Allerdings sind das Publikum und die Preise auch "20 up", eher Schicki-Micki, wie es sich eben für eine der "exklusivsten Top-Locations in Hamburg"gehört - zur Not bleibt man eben beim Glas Wasser oder Cola für günstige 4,50€. Die Bar achtet auf einen Dresscode und führt den auch gleich auf ihrer Internetseite detailliert aus: "Turnschuhe, Kapuzenshirts und Baggypants, Mützen und Caps" passen nicht ins Konzept, Jacken sind an der Garderobe abzugeben - die ist immerhin kostenlos. Und obwohl der Dresscode sich relativ "normal"liest, kamen wir uns als "normal" gekleidete Touris (immerhin alle zumindest in ordentlichen Jeans und Hemd/Bluse) ziemlich underdressed vor... Für den Ausblick hat es sich aber definitiv gelohnt.

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