Dienstag, 13. März 2012

gelesen: Die Mechanik des Himmels

Ich habe mich bei "Blogg Dein Buch" angemeldet, und jetzt mein erstes Buch bekommen. Das Prinzip ist einfach: Man kann sich als Blogger um Bücher bewerben, die Verlage wählen dann unter allen Bewerbungen eine bestimmte Anzahl Blogger aus, die ein Rezensionsexemplar zugesandt bekommen. Alles was man tun muss, ist, hinterher zu schreiben, wie es gefallen hat.

Mein erstes Buch war "Die Mechanik des Himmels" von Tom Bollough, erschienen bei C. H. Beck.

Das sagt der Klappentext:
Im Winter 1867 erkrankt der kleine Kostja Ziolkowski an Scharlach, muss isoliert werden, überlebt im Krankenhaus, ist aber fortan fast taub. Der Sohn einer verarmten Adelsfamilie aus Rjasan entwickelt ein großes Interesse an Geschwindigkeit und Technik, an den Sternen und dem Weltraum, bastelt sich selbst ein Hörgerät und erweist sich als überaus begabt. Seine Familie schickt ihn zum Studium nach Moskau, die Entbehrungen sind groß. Doch nichts scheint Konstantin, der sich als visionäres Genie entpuppt, aufhalten zu können.
Der Roman basiert auf der realen Figur des russischen Wissenschaftlers Konstantin Ziolkowski, einem der Wegbereiter der russischen Raumfahrt. Tom Bollough beschreibt das Leben und die Entbehrungen im Russland des späten 19. Jahrhunderts sehr realistisch, ausführlich und poetisch. "Poetisch" dürfte auch eine passende Kurzbeschreibung für das gesamte Buch sein: "Die Mechanik des Himmels" lässt sich leicht und flüssig lesen, die Geschichte an sich ist kurzweilig, aber durchaus interessant geschrieben. Ich habe mich allerdings auch immer wieder dabei ertappt, ganze Passagen zu überspringen, in denen außer der Beschreibung russischer Landschaften oder der Fauna Moskaus einfach nichts passiert. Zwei mal wurden auch erotische Begebenheiten angedeutet, die allerdings nicht wirklich in die Geschichte passen wollten. Beide haben nicht wirklich Einfluss auf die Handlung gehabt, es scheint vielmehr so, als habe der Autor sich dazu genötigt gesehen, in seinem Buch auch irgendwo mal Erotik unterzubringen. Gut dargestellt und erklärt sind die physikalischen Erkenntnisse, die Kostja im Laufe seines Lebens gewinnt, wie er dank Jules Verne schließlich dazu kommt, sich mit Raumfahrt auseinanderzusetzen und die ursprünglich aberwitzige Idee einer bemannten Raumkapsel weiterentwickelt. Die Umsetzung hat er jedoch nicht mehr erlebt. Am Ende des Romans beschreibt Bollough die Raummission Woschod 2, bei der Alexei Leonow als erster Mensch ein Raumschiff verlassen hat. Aber auch zu guter Letzt bleibt es, wie beim ganzen Buch: Der Autor geht in seinem Erzähldrang zu weit, so dass er schließlich den Punkt für ein gutes Ende verpasst und mit einem vermeintlichen Cliffhanger endet. Dessen eher unspektakulären Ausgang kann sich der interessierte Leser aber jederzeit bei Wikipedia erlesen.

Im Großen und Ganzen: "nett"... Vielmehr lässt sich dazu nicht sagen. "Die Mechanik des Himmels" ist keine Zeitverschwendung, es nicht zu lesen, wäre allerdings auch kein großer Verlust. Eher etwas, um sich auf einer langen Bahnfahrt die Zeit zu vertreiben. Wer lange Beschreibungen von Bäumen, Vögeln und Blumen mag, für den ist "Die Mechanik des Himmels" sicherlich eine gute Lektüre. Leider keine Weiterempfehlung von mir...

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