Dienstag, 10. April 2012

gelesen: Der Toten gedenken - Indische Frauen bitten zu Tisch


Da ich ja (meistens) ein schneller Leser bin, hab ich von "Blogg Dein Buch" schon mein zweites Buch bekommen. Das geht immer erstaunlich schnell, wenn die Bewerbungsfrist um ein Buch vorbei ist, ist am nächsten Tag schon die Mail mit der Zu- oder Absage da, und am zweiten Tag (zumindest war es bei mir beide Male so) das Buch.

Bulbul Sharma, aus dem Epidu-Verlag




Das sagt der Klappentext:
Eine junge Frau, vernachlässigt von ihrem lasterhaften Ehemann, entscheidet sich, ihn »auf sanfte Art« zu töten und stopft ihn mit Essen voll, eine andere kocht wie besessen, eine dritte nimmt sich Geld und kleine Schmuckstücke aus den Taschen ihres Mannes, wo sie die verschiedenen Aromen der Frauen findet, mit denen er zusammen gewesen war ...
Neben dem Ehemann gibt es noch die allgegenwärtige Schwiegermutter, die schon einen Monat nach der Hochzeit in das Schlafzimmer des frisch verheirateten Paares einzieht.
Jedes Portrait ist abwechselnd witzig, bewegend, makaber – eine köstliche Auswahl, die Bulbul Sharmas meisterliches Talent für die Geschichten der kleinen Leute und die Dramen des täglichen Lebens zeigt.
Der Klappentext war es auch, der mich dazu gebracht hat, mich um das Buch zu bewerben. Leider ist der aber auch das Spannendste am ganzen Buch...

Worum geht es? In Indien ist es Sitte, am Todestag es Familienpatriarchen einen Leichenschmaus zu veranstalten. Das Essen wird dabei von den Frauen aus dem engsten Umfeld des Verstorbenen zu. Gemeinsam werden verschiedene Gemüsesorten vorbereitet und die Gerichte gekocht. Dabei erzählen die Frauen sich gegenseitig Geschichten. Meistens geht es dabei um zwischenmenschliche Beziehungen aus Ehe und Familie. Der kulturelle Unterschied zwischen Indien und Europa ist dabei in jeder Geschichte zu spüren, und macht manche Geschichten genau dadurch auch nur schwer nachvollziehbar. Außerdem sind in Indien vielleicht alltägliche Bezeichnungen, Ehren- oder Kosenamen nicht erklärt, was es manchmal schwer macht, der Geschichte zu folgen. Nichtsdestotrotz sind die Probleme und Problemchen mit den lieben Verwandten dieselben wie hier.

Leider waren im Klappentext die drei interessantesten Geschichten des Buches bereits genannt, und auch diese stellten sich zumindest für mich als nicht so spannend heraus, wie es möglicherweise klingen mag. Ich hatte eher so etwas wie morbide oder dramatische Kurzgeschichten erwartet, morbide oder wirklich dramatisch war dann letztlich nichts. Leider auch hier wieder keine Weiterempfehlung, wenn ich Sterne vergeben müsste, wären es allenfalls zwei von fünf.

Taschenbuch (132 Seiten); Epidu-Verlag (2012)
ISBN: 9783942584197
Preis: 6,90€

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