Montag, 10. September 2012

gelesen: Shades of Grey - geheimes Verlangen

ich habs getan... wenn alle davon reden, dachte ich, ich muss es auch lesen, um wenigstens mitreden zu können. Die Rede ist von Shades of Grey - Geheimes Verlangen, dem ersten Band der Shades of Grey-Trilogie von E.L. James.

Zu Hause liegen hatte ich ihn schon seit einigen Wochen, hab dann ja aber zuerst Das Ende von Alice gelesen, bevor ich mich an Shades of Grey gemacht habe. In Medien und Rezensionen wurde es als aufregender Tabubruch furchtbar gehyped. Aber kommen wir zuerst zum Klappentext:
"Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht..."
Das ist auch eigentlich schon alles, was dazu zu sagen ist, denn die Handlung ist damit beendet. Weiter geht es dann 601,5 Seiten darum, was Ana und Christian im Bett, in der Dusche, in der "Kammer der Qualen" oder sonstwo treiben und wie schwer verliebt Ana in diesen ach so undurchsichtigen Christian Grey ist.

Alles in allem ist "Shades of Grey" Twilight-Romantik mit einigen nicht-jugendfreien Szenen. Leider - allerdings bin ich mir nicht sicher, ab es da an der Autorin oder der Übersetzung und dem Lektorat liegt - fällt der Text hauptsächlich durch wortwörtliche Wiederholung der immer gleichen Wendungen auf. Christian grinst wölfisch, Ana beißt sich auf die Lippen, wird rot und schnappt nach Luft. Christian Grey ist grau - ja. Der Mann hat viel graues an sich, kein schwarz oder weiß, neben viel Schlafzimmer-, oder woanders-Akrobatik ist das das Hauptthema im Buch (deswegen heißt der Originaltitel vermutlich auch "50 Shades of Grey"). Warum Christian Grey ist, wie er ist. Der sinnvollste Satz im ganzen Buch ist die Antwort auf diese Frage:
„Warum ist man, wie man ist? Schwierige Frage. Wieso mögen manche Leute Käse, und andere hassen ihn?“
Wirklich toll indes ist aber der "Soundtrack", eine Mischung aus modernen und klassischen Stücken, die im Buch an verschiedenen Stellen genannt werden. Einige davon haben es an die Spitze der Klassik-Charts geschafft, und ab dem kommenden Freitag ist Shades of Grey - das Klassik Album auf CD erhältlich. Bei Spotify und Youtube gibt es eine Playliste mit den Stücken aus allen drei Bänden.
Mit dabei sind unter anderem Stücke von den Kings of Leon, Bruce Springsteen, Frank Sinatra, Bach und Chopin. Vieles davon befindet sich jetzt auf meinem iPod.

Nun denn... Shades of Grey gelesen zu haben ist kein Verlust, aber auch kein Gewinn, nette Urlaubslektüre, viel mehr auch nicht.  Die Abgründe des Sadomaso, die überall mehr oder weniger entsetzt und aufgeregt angekündigt wurden, konnte zumindest ich nicht entdecken. Ich vermute, dass die Aufregung darum wohl eher der amerikanischen Prüderie geschuldet ist. Ich habe schon besseres gelesen, aber auch schon deutlich schlechteres, von daher gibt es 3 Sterne: «««

Taschenbuch (608 Seiten), Goldmann Verlag (Juni 2012)
ISBN: 978-3442478958
Gebundene Ausgabe: 12,99€
Kindle-Edition: 9,99€
Audiobook (MP3): 9,99€

Kommentare:

  1. Endlich mal jemand, der sagt wie es ist. Ich finde ebenfalls, dass das Buch, wie so vieles, viel zu sehr gehypt wurde. Im Moment überlege ich aber noch es doch auf englisch zu lesen, da ich mir, wie du schon gesagt hast, nicht sicher bin, ob die vielen Wortwiederholungen nicht auf die Kosten des Übersetzers gehen.

    Lg Jenni

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  2. 600 seiten!!!!!! krass!
    gruß
    anika

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