Dienstag, 30. Oktober 2012

Passiert mir so schnell nicht wieder...

oder: die Freuden des Vermieterdaseins...

Ganz kurz dazu, wie die Situation entstanden ist: 2007 habe ich eine Eigentumswohnung gekauft, und diese bis zum April 2011 selbst bewohnt. Wie es schon mal so ist, findet sich eine Beziehung, die klappen könnte, man zieht zusammen. Ich hab Mieter für meine Wohnung gesucht und gefunden.

Zwei - wie ich meinte - sympathische junge Frauen, Anfang 20. Einziger Haken: Die Miete kam vom Amt. Muss ja nicht schlimm sein, dann kommt sie wenigstens regelmäßig, und es ist ja nicht jeder, der vom Amt lebt, ein Schnorrer, Sozialschmarotzer, schlechter Mensch oder Asi, im Gegenteil. Die beiden sind dann also eingezogen. Die Einbauküche sollte in Ratenzahlung übernommen werden.

Zweiter Haken an der Geschichte: Das mit der Beziehung hat nicht geklappt. Also: Eigenbedarfskündigung. So blöd das ist, aber kann man ja nun nicht ändern... Dumm nur, dass meine Mieterinnen das so gar nicht einsehen wollten, und am 31.12.2011, als die Kündigung wirksam geworden wäre, keineswegs ausgezogen sind. Ich wohnte derweil seit Ende Oktober wieder bei meinen Eltern, die glücklicherweise zwei Zimmer und ein Bad frei hatten, so dass ich in der Zwischenzeit fast eine komplette Wohnung für mich hatte.

Also, was bleibt: Räumungsklage. Die wurde am 2.1. nach Rücksprache mit meiner Rechtsschutzversicherung eingereicht. Dumm nur, dass die Versicherung erst mal vergessen hat, den Prozesskostenvorschuss zu überweisen... Bis dann mal endlich ein Gerichtstermin stattfand, war es schon Ende Mai. Die Damen schlugen von sich aus den 31.7. als Übergabetermin vor, nachdem die Richterin ihnen mitteilte, dass alle ihre Gegenargumente ziemlicher Quatsch sind und sie einen Prozess ohnehin verlieren würden. Die Gegenargumente waren im Übrigen unter anderem diese:

  • sie könnten ja nichts dafür, dass ich mich von meinem Freund trenne (stimmt so weit, hat aber mit der Sache nix zu tun)
  • außerdem sei das ja auch überhaupt nicht bewiesen (häh?!)
  • ich könnte mir ja ne Mietwohnung nehmen (ja ne, is klar)
  • oder aber bei meinen Eltern wohnen bleiben (ähm... Moment. Ich habe eine Ausbildung und ein Studium absolviert, verdiene daher meinen Lebensunterhalt selber, und soll mit 29 Jahren ernsthaft bei meinen Eltern wohnen bleiben, damit die Damen nicht umziehen müssen?) 
  • sie hätten die Wohnung extrem aufwändig und kostenintensiv renoviert (Bilder folgen ;) ), deswegen könnten sie jetzt auch nicht ausziehen
  • sie hätten weder Auto noch Führerschein und könnten deswegen auch nicht umziehen.
So weit dazu... Es kam die letzte Juliwoche, und es kam ein Schreiben vom Anwalt der Grazien, sie hätten leider keine Wohnung finden können, ob sie vielleicht - ausnahmsweise und natürlich unter Fortzahlung der Miete samt Nebenkosten (was für ein großzügiges Angebot...) - noch bis zum 31.8. wohnen bleiben könnten. Das wäre natürlich auch die allerletzte Verlängerung.

Ja, klar. Es kam die letzte Augustwoche. Am Mittwoch, den 29.8. fragte ich dann mal höflich nach, wann den Damen denn mal ein Übergabetermin am Freitagnachmittag (31.8.) recht wäre. Antwort: neee, sie hätten ja jetzt einen Job und eine Ausbildung, und wenn man acht Stunden am Tag arbeitet, hat man ja unmöglich Zeit, sich noch um eine Wohnung zu kümmern (ach soooo!). Sie wollten doch mal sehen, wie ich das machte (hm... so, wie man im normalen Leben halt alles nach acht Stunden Arbei erledigt halt, ne?). Und außerdem [hier bitte alle Argumente von oben einsetzen].

Naja gut, wer nicht will, der hat schon. Für solche Fälle hat ein schlauer Mensch irgendwann mal den Gerichtsvollzieher erfunden (das sind die Typen, die Peter Zwegat seinen Leutchen immer vom Hals halten will). Der wurde also beauftragt, braucht aber auch nur knapp vier Wochen, bis er die Räumung ankündigt, und bis der Räumungstermin dann stattfinden kann, dauerts auch nur noch ein bisschen... Am 25. Oktober hätte es dann so weit sein sollen, die Damen hatten sich aber dazu entschieden, die Wohnung dann doch selbstständig zu räumen. Übergabe war dann am Mittwochabend. Und naja, ich weiß nicht, ob's so traurig war, dass es schon wieder lustig ist. Die Mängel waren erheblich, angemalte Fußleisten, mit Lack "dekorierte" Balkonbrüstung, und ein ziemlich versauter Teppich im Schlafzimmer waren die Mängel, die wir aufnehmen konnten. Da im Mietvertrag unrenovierte, besenreine Übernahme und Übergabe vereinbart war, konnte ich gegen die "Kunstwerke" nicht so viel sagen. "Besenrein" ist trotzdem was anderes: Es war saudreckig, die Fenster sind schmierig vom Dreck, alle ehemals weißen Oberflächen nikotingelb. Wie man das in 16 Monaten bewerkstelligt, ist mir schleierhaft... So nur mal zum Vergleich:

diese Tür war wirklich mal weiß
Das in der Mitte ist vergleichweise weiß...
Diese Küche war mal einheitlich hellgelb...
Naja, und die "Kunstwerke" an den Wänden machen mir auch große Freude... (bei Übergabe war die Wohnung zwar "unrenoviert", aber mit Rauhfaser tapeziert, weiß gestrichen). Kostprobe? Bitteschön:

Wohnzimmer
Schlafzimmer
Küche
Badezimmer

Badezimmertür


Die sind zum Glück inzwischen alle schon runter, und werden durch neue Tapete und Anstrich ersetzt. Die Türen machen mir allerdings noch einige Sorge...
Am Ende des 2. Renovierungstages sah's im Schlafzimmer dann so aus...

Kommentare:

  1. oh man. manche menschen. so wie du es beschreibst, muss man stellenweise schmunzeln, aber das ist ja echt megafies... also so richtig megafies. scheiße!

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  2. Ich bin sprachlos, so was darf doch nicht sein :-O War deine Wohnung denn keine Nichtraucherwohnung? Oh Mann...

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  3. Btw: was ist das an den Küchenschränken denn???

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  4. Das Rauchen darf man den Mietern nicht verbieten. Freie Persönlichkeitsentfaltung und so...

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    1. Waaaaaaaaaaaaaaaaas? Ich bin sprachlos. Echt. Nee... bin ich froh, dass ich keine Vermieterin bin.

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    2. Bin ich ja jetzt auch nicht mehr. Und nächstes Mal nur an Alleinstehende alte Frauen ;)
      Und nachdem ich jetzt mit renovieren und umziehen fertig bin, passiert hier demnächst auch wieder was :)

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  5. Das auf den Küchenschränken war Fett und Nikotin. Muttern hat's in einer heroischen Aktion mit Küchenschwamm und Badreiniger wieder sauber bekommen.

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