Donnerstag, 10. Januar 2013

geschaut: Cloud Atlas

Am Montag war ich zum zweiten Mal in "Cloud Atlas", und es hat sich auch noch mal gelohnt. Einen Film zu rezensieren, der aus den meisten Kinos fast schon wieder raus ist, mag merkwürdig sein, aber bald (Amazon sagt am 22.3.) kommt der Film ja auf DVD und BluRay raus.

Cloud Atlas ist eine Buchverfilmung von Tom Tykwer (Lola Rennt, Das Parfum) und den Wachowski-Geschwistern (Matrix, V wie Vendetta). auf der Grundlage des Wolkenatlas von David Mitchell.

Zusammenfassung von kino.de:
1850: Auf einer Schiffsreise freundet sich ein todkranker Notar mit einem blinden Passagier an. 1930er: Ein junger Mann wird Assistent bei einem Komponisten, der seine besten Jahre hinter sich hat. 1970er: Eine Journalistin deckt in San Francisco einen Skandal bei einem Nuklearkonzern auf. Heute: Ein Verleger gerät in ein Altersheim, das sich als siebter Kreis der Hölle entpuppt. Zukunft: In Seoul wird ein Arbeiter-Klon zur Leitfigur einer Revolution gegen das totalitäre System. Nach der Apokalypse: Ein Ziegenhirte wird von einer der letzten Überlebenden der Zivilisation mit einer Mission betraut.
Die Geschichte von sechs Menschen in sechs Epochen über einen Zeitraum vom fast 1000 Jahren werden miteinander verwoben und stehen alle in irgendeiner direkten Verbindung zueinander. Im Gegensatz zum Roman,  in dem alle Episoden nacheinander bis zur Hälfte erzählt und dann in umgekehrter Reihenfolge zu Ende gebracht werden, werden im Film alle Geschichten miteinander verwoben. Dabei wechseln sich längere und kürzere Ausschnitte ohne bestimmte Reihenfolge ab. Manche Szenen sind (vor allem für einen Film mit FSK 12) ziemlich blutig, andere dagegen urkomisch oder überaus pathetisch.
Unsere Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden. In Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.

Die beiden Produzententeams Wachowski/Wachowski und Tykwer haben sich die Episoden zu jeweils drei aufgeteilt, wodurch sehr unterschiedliche Stile entstehen. Das ist aber auch in der Romanvorlage so. Der Film kommt mit großer Besetzung - Tom Hanks, Halle Berry, Susan Sarandon, Hugh Grant, Jim Broadbent, Jim Sturgess, Ben Whishaw und einige mehr, und alle Darsteller treten in mehreren Episoden in unterschiedlichen Rollen auf, dabei sind wechseln zum Teil sogar Hautfarbe und Geschlecht - übrigens hat auch Katy Karrenbauer eine kleine Gastrolle ;) Die Maske hat dabei eine großartige Arbeit geleistet, und die Darsteller teilweise so verfremdet, dass sie nicht wiederzuerkennen waren. In anderen Episoden wiederum wurde die Verwandlung so offensichtlich gemacht, dass sie fast schlecht wirkt - ab und zu kommt da der Gedanke an Mrs. Doubtfire auf, aber hier unterstelle ich Absicht.

Drei Stunden Film habe ich jetzt ein Mal mit und ein Mal ohne Pause gesehen, mir war die Variante ohne Pause lieber, zumal die Helden Kinovorführer auch nicht unbedingt den idealen Zeitpunkt für den Cut gefunden haben. Cloud Atlas lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur auf der großen Leinwand. Man sollte aber wach bleiben und aufpassen, sonst verpasst man was. Wie Inception habe ich aber bisher bei jedem Mal Sehen neue Details entdeckt, und nehme an, das wird auch beim dritten und vierten und fünften mal so bleiben. Die Filmmusik, komponiert von Tom Tykwer und eingespielt vom MDR Sinfonieorchester ist übrigens auch nicht zu verachten (und soll nach der Nominierung für den Golden Globe dem Vernehmen nach auch eine für den Oscar nominiert kommen, das wissen wir ja dann heute Nacht ;) ).

Wer jetzt nicht noch schnell ins Kino kommt, kann hier schon mal die Zeit bis zum DVD-Verkauf mit dem Trailer überbrücken:


Jedenfalls werde ich dem Buch jetzt noch mal eine Chance geben, das hatte ich ja aufgegeben, weil es sich schwer liest.

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