Montag, 11. Februar 2013

Übrigens: 11.2. ist der Tag des Europäischen Notrufs

Heute ist ganz zufällig nicht nur Rosenmontag, sondern auch Tag des Europäischen Notrufs.

Bei Veranstaltungen wie den heutigen Rosenmontagszügen, Schützenfesten oder Sportveranstaltungen kann man sich normalerweise darauf verlassen, dass Hilfe durch die anwesenden Sanitätsdienste der Hilfsorganisationen nicht weit ist.

Die meisten Unfälle passieren aber nun mal nicht bei Großveranstaltungen, sondern zu Hause, in der Schule, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Und auch dann sollte man wissen, wie man schnell die richtige Hilfe bekommt. Dummerweise wissen aber viele die richtigen Notrufnummern gar nicht (der letzten Eurobarometer-Umfrage zufolge nur 17%!). Wenn man mal in Erste Hilfe-Kursen oder einfach so rumfragt, kommen da die abenteuerlichsten Dinge zutage (Alice hat darüber auch zuletzt mal gebloggt).

Dabei ist es eigentlich ganz einfach:

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei bekommt man EU-weit (und außerdem in Island, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Montenegro, Norwegen, der Schweiz, Serbien und in der Ukraine) unter der Nummer 112 (ohne Vorwahl!).

Claudia Hautumm/pixelio.de
Dieser Notruf ist kostenlos und auch ohne PIN-Eingabe am Mobiltelefon möglich. In vielen Ländern muss allerdings zumindest eine SIM-Karte eingelegt sein, um Notrufmissbrauche zu verringern. Sollte das eigene Netz nicht zur Verfügung stehen, wird der Notruf über ein anderes Netz geleitet. Der 112-Notruf hat übrigens in allen Mobilfunknetzen eine Priorisierung, wenn also das Netz ausgelastet ist, wird nötigenfalls eine andere Verbindung abgebrochen, um den Notruf durchzustellen. Außerdem kann in den meisten Ländern bei der Notrufabfrage auch gleichzeitig das Handy geortet werden - natürlich im Rahmen der üblichen Fehleranfälligkeit (Funkzellengröße etc.).

Die lokalen/regionalen Notrufnummern funktionieren meist weiterhin, werden aber zumindest in den EU-Ländern nach und nach abgeschaltet. In Deutschland wurde die in einigen Bundesländern noch übliche Nummer 19222 weitgehend ebenfalls abgeschaltet. Einige wenige Gegenden nutzen sie noch, allerdings muss man dazu die Vorwahl des Ortes kennen, in dem man sich gerade befindet. Zudem ist sie nicht kostenfrei, hat keine Priorisierung und ist allgemein für geplante Krankentransporte eingerichtet und somit keine Notrufnummer.

Wer nachts oder am Wochenende einen Bereitschaftsarzt benötigt, also für Erkrankungen, mit denen man normalerweise den Hausarzt aufsuchen würde, erreicht diesen unter dem Arzt-Notruf 116 117. Also: Husten, Schnupfen, Blasenentzündung, Bauchweh und Kopfschmerzen seit 3 Tagen (alles das sind - entgegen der Vorstellungen einiger Mitbürger - keine Gründe, den Rettungsdienst zu rufen oder nachts um 3 im Krankenhaus aufzuschlagen). Lebensbedrohliche Erkrankungen, Herzschmerzen, Lähmungserscheinungen usw. gehören mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus!

Außerdem erreicht man in Deutschland die Polizei auch unter der 110, ebenfalls kostenlos und ohne Vorwahl, allerdings bei hoher Netzauslastung ohne Priorisierung.

So, genug kluggeschissen für heute, merkt Euch einfach die 112 als Notrufnummer, und erinnert Eure Verwandten und Bekannten dran!

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