Samstag, 23. März 2013

Google Reader-Alternativen: Flipboard vs. Bloglovin'

Google Reader wird zum 1. Juli eingestellt.

Das finde ich persönlich sehr traurig, und nach dem, was man bei Twitter, Facebook und auf anderen Blogs so liest, auch viele andere. Es gibt sogar eine Petition gegen die Einstellung des Google Reader, ich glaube allerdings nicht, dass sich Google davon beeindrucken lässt. Vermutlich wollen die einfach alles nach Google+ ziehen. Aber mal ehrlich - selbst wenn ich bei G+ angemeldet wäre, würds mir nichts bringen, weil ja da nicht alle Blogs präsent sind, die ich lesen will.

Und ich hab mich bei G+ irgendwann wieder abgemeldet, weil es für mich einfach nur "das andere Facebook" war. Kein Mehrwert für mich, weil da einfach dieselben Leute waren, die dasselbe schreiben wie bei Facebook. Naja, und außerdem suche ich ja kein neues Netzwerk, sondern einen Weg, meine Blogs (und das sind ne Menge) bequem zu lesen. Blogs nutzen RSS Feeds, und bislang war der Google Reader der einfachste Weg, Blogs zu abonnieren, sortieren und Abonnements wieder abzubestellen. Gelesen hab ich tatsächlich dann meistens nicht über den Reader, weil ich das oft übers iPhone oder iPad unterwegs tu, und die Reader App nicht so der Knaller ist.


Bislang hab ich Flipboard genutzt. Neben meinen Reader-Abos hatte ich da auch Facebook, Twitter und Instagram aufgeschaltet, hab aber nur selten da reingeschaut. Also es fast nur zum Blog lesen genutzt. Flipboard stellt die Beiträge wie Zeitungsartikel dar, optisch ganz hübsch, Links werden mit einer Vorschau angezeigt, und ich habe die Möglichkeit, Beiträge direkt nach Twitter und Facebook zu teilen oder in Pocket zu speichern.


Angeblich soll Flipboard auch nach dem Ende des Google Readers auch die Reader-Abos automatisch übernehmen. So ganz traue ich dem Braten aber noch nicht, zum Einen, was die vollständige Übernahme angeht, zum Anderen befürchte ich, dass ich dann für jeden Blog ein neues Feed in Flipboard habe. Und das Angenehme war ja bislang, dass ich einfach alle Beiträge hübsch hintereinander weg lesen konnte. Also muss noch eine Alternative her.

Bei Twitter hab ich von Bloglovin' erfahren. Ne, um genau zu sein, hab ich davon schon auf mehreren Blogs gelesen, aber es nie wirklich in Betracht gezogen, ich hatte ja den Google Reader. Nachdem jetzt aber das Aus angekündigt wurde, haben erst andere Twitterer Bloglovin' in die engere Auswahl genommen, und ich bin dann - ganz Lemming - gefolgt.



Hübsch ist es, ja, und ich kann jeden Artikel einzeln oder alle auf einmal als gelesen markieren. Leider fehlt eine Variante, mit der der Artikel nach dem Durchscrollen automatisch als gelesen markiert wird. Ancheinend werden auch nicht alle meine Feeds angezeigt. Im Vergleich Flipboard-Bloglovin' fehlen immer einige, vor allem Nachrichtenfeeds.

Schön ist, dass man seinen eigenen Blog angeben und dann sehen kann, wie viele Nutzer von Bloglovin' dem eigenen Blog folgen. Bei mir sind es *Tusch* ganze 2. Naja, aber darum gehts ja eigentlich nicht ;)

Schade finde ich, dass Bloglovin' (noch) keine Integration für Pocket hat. Eine Alternative wäre z.B., "gelikte" Artikel aus Bloglovin' via IFTTT nach Pocket zu exportieren, auch wenn dazu ein weiterer Zwischenschritt notwendig ist. Aber den mach' ich ja nicht selbst. Dumm nur, dass IFTTT (noch) keinen Bloglovin'-Channel hat.

Als vorläufiges Fazit bleibt mir jetzt erst mal folgende Gegenüberstellung:

Flipboard
+ schöne Optik
+ Pocket-Integration
+ Teilen in soziale Netzwerke möglich
+ automatisches "gelesen"-Marikeren beim Durchblättern

- ausschließlich als mobile App verfügbar, keine Desktop- oder Online-Version

Bloglovin'
+ schöne Optik
+ der eigene Blog kann "geclaimt" und so Follower besser beobachtet werden
+ mobile und online-Version
+ Teilen in soziale Netzwerke möglich

- keine Pocket-Integration
- kein automatisches "als gelesen" markieren
- es werden nicht alle Feeds angezeigt

Also alles in allem fällt die Entscheidung schwer, ob wohl die Tatsache, dass Bloglovin' manche Beiträge einfach vergisst, schon ein Durchfallkriterium ist. Ich werde da wohl noch ein bisschen abwarten und weiter testen müssen, vielleicht bekommen die das ja noch in den Griff. Die Integration von Pocket ist mir auch wichtig, weil ich dort alles sammle, was ich interessant und wichtig finde, aber nicht unbedingt Teilen muss - z.B. alle tollen Rezepte aus anderen Blogs.

Vielleicht tut sich ja auch bei beiden noch was, wo wir jetzt alle nach Alternativen suchen müssen, noch bleiben ja ein paar Monate...

Kommentare:

  1. Ich bin bei Feedly. Auch da kann man die Abos aus dem Reader rüber ziehen. Ich mag bei Feedly, dass es dort so schön aufgeräumt und übersichtlich ist. Ich hoffe allerdings auch, dass die Abos bleiben, wenn Google den Reader abschaltet. Dafür habe ich mir die Abos runtergeladen. Ist so eine HXML-Datei. Google mal danach, wie das funzt. Sicher ist sicher... ;)

    LG

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  2. Ich teste Feedly auch gerade. Was mir nach zwei Tagen so auffällt, ist, dass keiner der drei Feedreader alle Feeds mitnimmt. In einem fehlt immer etwas. Das ist äußerst ärgerlich, weil es so gar nicht auffällt, wenn man nicht wie ich richtige Testreihen veranstaltet...

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