Mittwoch, 11. September 2013

Ich werde alt...

 
Am Samstag habe ich die neue Ausgabe von NEON im Briefkasten gehabt. Genauer gesagt, dem meiner Eltern, weil ich noch immer nicht die Zustelladresse geändert habe, aber das tut nichts zur Sache.

Neon wird mit dieser Ausgabe 10 Jahre alt. Genau so lange lese ich Neon auch, zeitweise im Abo, zeitweise monatlich am Kiosk mitgenommen. Die ganze Zeit war ich auch genau in der Zielgruppe, 18- bis 35-jährige, und bin es noch. Meistens fand ich die Reportagen ziemlich spannend, zum Beispiel die über das Geschwisterpaar in den U.S.A., das eine inzestuöse Beziehung führt. Oder über Kopfgeldjäger in Afrika. Nie veruerteilend oder reißerisch, sondern sachlich geschrieben.

Zur Feier des Anlasses gibt's ein neues Layout. Für Neon, nicht für mich. Am neuen Layout musste ich dann jetzt auch erkennen: Neon ist nichts mehr für mich. Zwar hab ich noch ein bisschen Zeit, bis ich wirklich aus der Zielgruppe rausfalle, aber es gefällt mir nicht mehr. Weder das Layout noch der Inhalt sagen mir wirklich zu. Der einzige Artikel in der aktuellen Ausgabe, den ich wirklich mit Interesse gelesen habe, war die Reportage. Der Rest... naja, durchgeblättert wie die Klatschzeitschriften beim Arzt.

In den letzten paar Ausgaben gab es immer mehr Artikel, die ich einfach überblättert habe. Ich will irgendwie nicht darüber lesen, was andere Menschen mit sich selbst anstellen, an was sie dabei denken und schon gar nicht möchte ich Fotos davon sehen. Nennt mich alt, oder spießig, ist mir egal.

Neon und ich haben uns auseinandergelebt. So ist das eben manchmal...

Kommentare:

  1. Ich habe von den Eltern meines damaligen Freundes die NEON ab der ersten Ausgabe im Abo gehabt. Bestimmt drei Jahre lang. Meine Bibel! Ich war ja ach so YOLO - obwohl es das damals ja noch gar nicht gab *hihi* NEON war so COOL! Gar nicht mainstream. Und dann war Schicht. Genau das, was du für dich auch festgestellt hast, war es damals bei mir auch. Ich glaube NEON ist einfach für Leute zwischen 15 und 25 - für alle danach... ist das Magazin dann doch zu banal. Wobei die Reportagen in 80% der Fällen wirklich herausragend waren, Straßen-Strich in Brasilien, junge Mönche in Tibet, Senioren in Deutschland... ich glaube wirklich da war kein einziges schwares Schaf dabei. Aber eben alles andere. Bis Jahr x bewunderst du die Leutchen die da von ihrem Leben und ihren Erfahrungen berichten, die Tipps und Tricks verraten und total hip sind, bewunderst sie, willst selbst so sein... und dann findest du dich selbst. Ab dem Moment brauchst du sie nicht mehr, die Leutchen. Du selbst bist nämlich viel weniger mainstream.

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  2. Genau so ist es. Neon will halt so gezwungen jugendlich sein, und an anderen stellen so unglaublich erwachsen. In den letzten Ausgaben gab es immer Interviews mit jungen Politikern, das fand ich gut. Genau so die Reportagen. Aber dann hörts halt auch auf, irgendwie ist das alles nicht meine Realität.

    Dumm ist halt, dass ich genau einen Monat zu spät war mit meiner Kündigung und das Abo jetzt noch ein Jahr an der Backe habe...

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