Sonntag, 3. November 2013

Viele Wege führen nach Rom

...meiner führte mich mit dem Zug über Mannheim, Stuttgart, München, Rosenheim, Kufstein und den Brenner. 22 Stunden Zugfahrt im Schlafwagen, ohne nennenswerten Zwischenhalt sind nicht unbedingt ein Komfort-Highlight, aber erträglich.

Inzwischen war ich zum vierten Mal in fünf Jahren in Rom und habe noch nie den "üblichen" Weg mit dem Flieger genutzt.... Beim ersten Mal 2008 bin ich selbst mit dem Auto gefahren, mit Zwischenübernachtung in Südtirol. 2010 war ich das erste Mal mit dem Zug da, 2012 mit dem Reisebus, und wieder in Südtirol zwischenübernachtet, dieses Jahr dann wieder mit dem Zug. Ich war allerdings auch noch nie so "richtig" privat in Rom...

In diesem Jahr wie schon 2010 habe ich dort zusammen mit sechs anderen Sanis und einer Ärztin Sanitätsdienst für die über 2.000 Messdiener aus unserem Bistum gemacht, die dorthin eine Wallfahrt unternommen haben. Das Ganze ist ein relativ entspannter Dienst. Tagsüber sind wir telefonisch erreichbar in der Stadt unterwegs, bei den täglichen zentralen Veranstaltungen für die Gruppen ansprechbar und kümmern uns um die Blessuren und Wehwehchen, die in so einer Woche auftreten.

Los ging es am Sonntagmittag mit zwei Sonderzügen der Bahn ab Köln. Unser Team hat sich mit jeweils vier Leuten auf beide Züge aufgeteilt, um in jedem ansprechbar zu sein. Die Fahrt war insgesamt ruhig (für uns), im anderen Zug haben die Kids anscheinend Spaß daran gefunden, die Notbremse ausgiebig zu testen, so dass die schlussendlich zwei Stunden länger unterwegs waren als wir. In Rom angekommen sind wir als erstes in unsere Unterkunft gefahren, die Casa Bonus Pastor direkt an der Vatikanischen Mauer.

Bild: Jannik Jung

Die Zimmer waren fast riesig, und wir hatten ein Special im Bad: einen eigenen Minion! Der war zwar nicht gelb, und seine Fähigkeiten eher beschränkt, aber immerhin... ;)


Am ersten Tag haben wir erst mal nicht so viel getan. Duschen, ausruhen, was essen, und dann ging es auch schon zum ersten Programmpunkt: Eröffnungsmesse im Petersdom. Die Fassade des Petersdomes ist ja an sich schon imposant, verbirgt aber, wie groß diese Kirche wirklich ist. Wir wurden von den dortigen Wachen durch das Hauptportal geleitet und haben die Messe in der hinteren Kapelle gefeiert. Wir sind mit unseren knapp 2.300 Leuten in der Kirche gar nicht wirklich aufgefallen.



Das Heilig-Geist-Fenster im Petersdom (Bild: Daniel Könen)
Nach der Messe sind wir nach Trastevere gelaufen, um etwas zu essen. Trastevere ist ein sehr alter Stadtteil auf der linken Tiberseite, früher Arbeiterviertel, jetzt Sitz vieler vatikanischer Ämter und deswegen sehr belebt. Gegessen haben wir im Restaurant "Il Ponentino" (Piazza del Drago, 10). Sehr nett, sehr günstig, die Pizzen waren dem Vernehmen nach gut, das Saltimbocca nicht so sehr. Und auch die Pizza "Nettuno" wird dem Versprechen "mit Meeresfrüchten" nicht ganz gerecht. Fünf Miesmuscheln als Belag waren dann doch etwas dürftig. Alle anderen waren mit ihrer Pizza zufrieden, das Wasser gab es kostenlos dazu, und auch die anderen Getränke waren preislich völlig annehmbar. Auf jeden Fall hat man sich größte Mühe gegeben, für uns neun Personen gleich Platz zu schaffen. Zurück ging es mit Straßenbahn und Bus, und anschließend ins Bett.

Bild: Jannik Jung
Am nächsten Tag haben wir nach einem gemütlichen Frühstück (oder was man in Italien so nennt) erst mal geklärt, was wir in Rom überhaupt machen wollen. Wir hatten zwei Leute dabei, die noch nie in Rom waren, also waren alle wichtigen Sehenswürdigkeiten schon mal gesetzt.

Bild: Jannik Jung
Begonnen haben wir mit den Callixtus-Katakomben an der Via Appia Antica (Via Appia Antica, 110/126). Da war ich tatsächlich auch noch nie. Die Katakomben liegen etwas außerhalb der Innenstadt, Friedhöfe gehörten nun mal auch schon in der späten Antike vor die Stadtmauern. Die Katakomben wurden ab dem späten 1. Jahrhundert als unterirdische Begräbnisstätten angelegt und von Arbeitern händisch aus dem Boden geschlagen. Leider darf man dort nicht fotografieren, aber die Katakomben sind in jedem Fall sehenswert. Die Eingänge zu den Katakomben liegen in einer schönen Parkanlage, in der man vorher oder nachher spazieren und picknicken kann.

Bild: Jannik Jung
Von den Katakomben aus sind wir wieder in die Stadt gefahren. Mit dem obligatorischen Zwischenstopp am Hard Rock Café (Via Vittorio Veneto 62 a/b) und ein bisschen Mitbringsel shoppen ging es weiter zum Trevi-Brunnen und auf die Suche nach etwas essbarem. Am Trevi-Brunnen war es so voll, dass keiner von uns den Drang hatte, eine Münze hineinzuwerfen. Ich für meinen Teil gehe davon aus, dass ich auch so wieder nach Rom fahre...


Essbares haben wir dann in der Spaghetteria l'Archetto (Via dell'Archetto, 26) gefunden. Obwohl es eine Spaghetteria war, haben wir alle Pizza gegessen, die war geschmacklich und preislich okay, die Rechnung zum Abschluss ließ uns allerdings ein wenig grübeln:

Bild: Jannik Jung
Bild: Jannik Jung
Danach ging es weiter auf die Via del Corso, eine der Shopping-Straßen Roms. Frauen können da wirklich glücklich werden, es gibt Klamotten, Schuhe, Kosmetik und Kleinkram noch und nöcher. Natürlich haben wir auch den Disney-Store (Via del Corso, 165) geentert. Wer sagt denn auch, dass das nur was für Erwachsene ist? ;)

Zum Abschluss gab es noch einen Kaffee auf den Stufen von Santa Maria di Monte Santo an der Piazza del Popolo, bevor wir uns zum Programmpunkt des Tages aufmachten.


Piazza del Popolo
Der war eine Lichterprozession über die Via Nazionale, eine der großen Hauptstraßen Roms, mit einer anschließenden Messe in der Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri an der Piazza della Repubblica. Diese Kirche wurde in den Ruinen der ehemaligen Thermen errichtet. Die Fassade ist eher unspektakulär, dafür ist die dahinter liegende Basilika umso schöner.

Neben der beeindruckenden Atmosphäre einer solchen Prozession war außerdem beeindruckend, wie gelassen die Römer es hingenommen haben, dass eine Hauptstraße einfach mal für eine gute Stunde vollständig gesperrt wird, damit wir mit unseren 2.300 Leutchen darüber laufen können. Hier wäre das undenkbar...

Das war es erst einmal von Sonntag bis Dienstag. Den Rest der Woche berichte dann in einem anderen Artikel...

Bild: Jannik Jung

1 Kommentar:

  1. Es gibt noch andere Möglichkeiten anch Rom zu kommen als mit RyanAir o_O *hihi* Ich bin bisher immer mit RyanAir geflogen, was kurz und schnell und meist auch günstig ist - aus ebendem Grund ist Rom meine meistbesuchte, ausländische, Stadt überhaupt. Abgesehen von französischen Grenzstädten, die hier ja nicht wirklich als "Ausland" zählen ;)

    Obwohl ich ansonsten mit Italien nicht allzu viel am Hut habe, ist Rom für mich was ganz besonderes und jede Reise wert gewesen. Muss gleich mal noch deinen zweiten Artikel lesen :)

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