Freitag, 11. April 2014

gelesen: Das Kochbuch

"Gelesen" ist vielleicht ein bisschen übertrieben, Kochbücher liest man ja nicht von vorne nach hinten durch, aber ich hab es zumindest aufmerksam durchgeblättert.

"Das Kochbuch: 400 Rezepte für jeden Tag" stammt aus dem Verlag Gräfe & Unzer, die auch meine Lieblings-Kochbücher der Basic-Reihe geschaffen haben. Der Normalpreis liegt bei 29,99€, derzeit ist es aber für 15€ zu haben. Das führt allerdings auch dazu, dass es bei den meisten Online-Händlern ausverkauft ist. Ich hab meines bei buch.de ergattert, weil ich nicht auf die Nachlieferung von Amazon warten wollte.

Das Buch beginnt mit Begriffsklärungen, Materialkunde und Anleitungen zum Umgang mit nicht ganz alltäglichen Zutaten, beispielsweise werden das Öffnen einer Kokosnuss, das Zerteilen von Geflügel oder Filetieren von Fisch mit vielen Bildern erläuert. Danach folgen 400 Rezepte, von denen viele tatsächlich ohne großen Aufwand für jeden Tag zu kochen, aber nicht unbedingt alltäglich sind. Darüber hinaus sind noch ein paar besondere oder aufwändigere Gerichte enthalten. Außerdem gibt es viele Grundrezepte für z.B. Fonds, Suppen, oder auch klassische Gerichte wie Coq au Vin oder Filet Wellington mit bebilderten Schritt für Schritt-Anleitungen. Das Buch endet mit zwei ausführlichen Kapiteln zum Brot backen und Einmachen.

Die optische Aufmachung gefällt mir persönlich sehr gut, das Buch wartet mit schönen, großen Bildern, klaren Seitenaufteilungen und einfachen Schriften auf. Die Gerichte sind auf den Bildern hübsch, aber so hergerichtet, wie man es zu Hause beim täglichen Essen auch machen könnte, also keine getürmten Miniportiönchen mit Soßengesprenkel und geschnitzen Gemüsekunstwerken.

Beim Durchblättern habe ich schon eine ganze Menge an Post-Its zum Nachkochen hinterlassen, so viele hat nicht mal mein bisher favorisiertes Big Basic Cooking bekommen.

Bevor ich jetzt ein schönes Buch durch unschöne Bilder verschandele - hier gibt es eine Leseprobe, alternativ gibts den Blick ins Buch auch per Video:

 

Zwei Kritikpunkte habe ich allerdings, und die finde ich nicht mal unerheblich. Im Buch gibt es ein Rezept für Blini. Ohne Hefe. Und eines für Spaghetti mit Sauce Carbonara. Mit Sahne. Blini sind Hefepfannkuchen, und eine Carbonara ist eben keine Sahnesoße, Punktaus. Eier, Parmesan, Speck und Pfeffer, mehr braucht es nicht. Kein Kochschinken, keine Sahne (wer das nicht glaubt, kann das gerne recherchieren). Dass das der 08/15-Pizzadienst nicht hinbekommt, daran habe ich mich schon gewöhnt. Bei denen kommt eh keine Soße ohne Sahne aus. Klar, Fett ist billig und Geschmacksträger.

Aber ein Kochbuch sollte doch bitte den Anspruch haben, gerade solche traditionellen Gerichte auch richtig zu vermitteln, oder vertu' ich mich? Man paniert ja auch kein Stück Schweinefleisch, brät es in Öl und nennt es dann "Wiener Schnitzel" ("Das Kochbuch" übrigens auch nicht)...

Zum Glück kann ich Carbonara und Blini auch ohne Rezept zubereiten, und davon mal abgesehen ist "das Kochbuch" ein gut gelungenes Grundkochbuch, das ich auch verschenken würde (allerdings mit einem richtigen Carbonara-Rezept dazu ;))

Das Kochbuch: 400 Rezepte für jeden Tag (GU Themenkochbuch)
Gräfe und Unzer (2011), 480 Seiten
ISBN: 9783833823084
Hardcover: 15,00€

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