Samstag, 25. Oktober 2014

Babykram: Hechelkurs

Letztes Wochenende haben wir im HechelGeburtsvorbereitungskurs verbracht. So kurz vor knapp noch, weil: gehört ja irgendwie doch dazu.

Ich war auch bei weitem diejenige im fortgeschrittendsten Stadium, die meisten anderen sind im Januar oder sogar Februar fällig. Dadurch hatten wir natürlich einiges von dem, was die Hebamme den anderen Teilnehmern für das letzte Trimester prophezeit hat, schon hinter uns - oder stecken mittendrin. Sodbrennen, Schmerzen im Liegen, Sitzen, Laufen, Senk- und Übungswehen... kenn ich alles schon, die anderen dürfen sich da noch drauf freuen.

Wir waren zum Kurs in einem Geburtshaus. Dass die Grundeinstellung der dortigen Hebammen grundsätzlich etwas anders ist als die derjenigen, die im Krankenhaus arbeiten, war mir von vornherein klar. Aber es war dann zum Glück nicht so, dass sie Krankenhausgeburten verteufelt oder generell schlecht gemacht hat. Klar gibt es da bevorzugte und nicht so gern genommene Häuser, und auch das Geburtshaus arbeitet natürlich für den Fall von Komplikationen mit einem Krankenhaus zusammen.

Ich hab ja auch nicht generell etwas gegen Naturheilkunde, ohne die gäb es ja auch beispielsweise Aspirin nicht, und die Wirkung von z.B. Menthol bei Erkältungen kennen wir alle. Womit ich nichts anfangen kann, sind Globuli, Bachblüten und dergleichen, die meiner Auffassung nach nur dazu gut sind, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Insofern kann ich mit "alternativen Methoden" wie z.B. Himbeerblättertee zur Lockerung der Muskulatur oder dem "Wehencocktail" mit Rizinus und Aprikosensaft durchaus leben. Dankenswerterweise hat sie dann auch darauf verzichtet, uns von derlei Dingen überzeugen zu wollen, sondern es bei der Information über deren Existenz belassen. Einzig auf den 15-minütigen "ich will Euch meine Meinung dazu gar nicht sagen, aber..."-Vortrag zum Impfen hätte ich wirklich verzichten mögen.

Dankbar war ich für relativ neutrale Informationen über die Geburt und das davor und danach. Das bekommt man ja leider aus dem Bekanntenkreis nur wenig, da gehts dann eher um "ich hab 3526 Stunden in den Wehen gelegen"-Erzählungen (siehe hier). Aber Dinge wie "ja, es gibt einen Blasensprung ohne Wehen, aber man braucht nicht sofort eiligst ins Krankenhaus fahren, sondern hat noch Zeit", erzählt einem sonst ja auch keiner. Dasselbe gilt für das Wochenbett. Ich neige durchaus dazu, zu viel von mir zu verlangen und mich selbst zu überfordern. In den letzten Wochen merke ich das dann immer abends, weil ich dann völlig fertig bin. Dass die bessere Hälfte (und ich) im Kurs noch mal eindringlich gesagt bekam, dass es nicht umsonst Wochen"bett" heißt, hat vielleicht zumindest geholfen.

Meine bessere Hälfte war von den sieben anwesenden Herren übrigens der einzige, der überhaupt Elternzeit nimmt. Ok, einer davon ist Student und hat ohnehin Semesterferien, aber für alle anderen steht das gar nicht erst zur Debatte.

Gehechelt haben wir übrigens gar nicht. Nur "getönt". Das ist so als Trockenübung ein bisschen merkwürdig (wäre hecheln oder jede andere Atemübung wohl auch), aber ich kann mir vorstellen, dass es durchaus hilfreich sein kann.

Im Ergebnis war es dann nicht so nutzlos übel wie ich befürchtet hatte, im Gegenteil hat es mich darin bestärkt, dass ich mit vielen Dingen auf dem richtigen Weg bin. Warum man das allerdings bei jeder Schwangerschaft machen müsste, erschließt sich mir im Nachhinein trotzdem nicht...

Kommentare:

  1. Ich habe das auch nur beim ersten Kind gemacht. Beim zweiten hatte ich gar keine Zeit dafür ;)

    LG

    P.S. Bei Rizinus wäre ich allerdings vorsichtig. Das kann übel ausgehen ;)

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  2. ja, das sagte die Hebamme auch. Deswegen werd ich auch nen Teufel tun, das einfach so zu Hause zu nehmen :D

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