Montag, 9. Februar 2015

Ich bin eine Öko-Rabenmutter

...oder wie man's macht, macht man's verkehrt. Achtung: schon wieder Kinder-Content. Ich hab halt keine Katze...




Für die einen bin ich eine Öko-Mutter, weil das Glückskind des tags Stoffwindeln trägt. Warum? Ganz einfach: es ist in der Summe billiger und besser für die Umwelt (<-- Öko!!!). Außerdem sind Stoffwindeln hübscher als Wegwerfwindeln.

Des nachts mutiere ich dann zur Rabenmutter, weil das Kind Einwegwindeln bekommt. Warum? Ganz einfach, weil wir beide (also Kind und ich) keine Lust haben, zum Windeln wechseln aufzustehen (<-- Rabenmutter!!!). Eine Stoffwindel hält aber auch mit Booster keine ganze Nacht. Deswegen kommen nachts (und auch mal unterwegs) Wegwerfwindeln an den Po.

Dann wieder bin ich eine Ökomutter, weil ich gedenke, die Breie für das Glückskind selbst zu machen. Wenn wir sowieso kochen, ist es ja kein Aufwand, was vom Gemüse beiseite zu tun und zu pürieren. Dasselbe gilt für Obst. Ist doch eh da, und zermatschen ist ja kein Aufwand.

Aber ich bin da keineswegs dogmatisch, sondern eher praktisch veranlagt. Zu Hause gibt's selbstgemacht, unterwegs Gläschen (ja! Die bösen Industriegläschen, an denen sich Carl Hipp eine goldene Tresse an seine Trachtenjacke verdient!). Ich Rabenmutter werde mich auch nicht die nächsten zehn Jahre zwischen mein Kind und Zucker, Pommes und den Fernseher werfen. So.

Das Kind bekommt sowohl Penaten-Seife zum Baden als auch Mandelöl zum Eincremen, böse chemische Medikamente (Lefax) als auch pflanzliches (Kümmelzäpfchen) und Hausmittel (Kirschkernkissen) gegen's Bauchweh. Was es nicht bekommen wird, sind Globuli, Schüssler-Salze, Bachblüten oder ähnlichen homöopathischen Schnickschnack. Weil ich mein Geld auch für sinnloses Zeug ausgeben kann, an dem ich wenigstens Spaß habe.

Ach ja, das Kind hat auch schon Schnuller und Flasche bekommen (die ich übrigens in die Spülmaschine mit normalen Tabs statt Babyspülmittel stecke), war zwei Tage mit seinem Vater allein, während ich mich mit anderen Dingen befasst habe als Windeln und Stillen ("Rabenmutter!"). Das wird es ab dem 7. Lebensmonat ganz oft haben, wenn ich wieder arbeiten gehe und erst der Papa noch mal zwei Monate zu Hause bleibt und es dann in die Kita geht (Rabenmutter!).

Ich weiß übrigens auch gar nicht, wieso "Ökomutter" was schlechtes ist? Beide Bezeichnungen sind doch eh nur dazu da, Unverständnis oder Missfallen darüber auszudrücken, wie andere mit ihren Kindern umgehen.

Na gut, bin ich also eine Öko-Rabenmutter. Wer was nicht versteht, was ich tu, kann ja fragen. Und wem was nicht gefällt, naja. Dem darf auch was nicht gefallen, und der darf es mit seinen Kindern anders machen.

Kommentare:

  1. Ich frage mich gerade, ob Du Dich irgendwo für Dein Verhalten rechtfertigen musstest. Für mich liest sich das alles völlig normal. ;)

    GL

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    1. Nö, rechtfertigen direkt nicht. Aber es gibt sowohl für das eine als auch für das andere gelegentlich Reaktionen wie "waaas? Also ich würde ja (nie)..."

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